Hey Fremde:r,

mein Name ist Ini und ich bin Teilzeit Ausreißer:in. Wie es dazu kam? Das ist irgendwie eine längere Geschichte. In dem Abschnitt „ABOUT“ kannst Du den allgemeinen Teil meiner bisherigen Lebensgeschichte finden. In diesem Artikel soll es aber im Speziellen darum gehen, wie ich zur Teilzeit Ausreißer:in wurde. Zu den Gedanken, die mich hierher geführt haben. 

Ich kann mich gar nicht mehr genau and die Stunde, den Tag, die Woche oder den Monat erinnern. Und wenn ich ehrlich bin, könnte ich mich nicht einmal auf das Jahr festlegen. Aber in irgendeinem Moment in meinem Leben hatte ich den Autopiloten eingeschaltet. Ich wurde mehr zum Beobachter meines eigenen Lebens, als dass ich aktive Entscheiderin war. Und es kam ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit auf. Ich hatte die Kontrolle verloren. Als ich mich erinnerte, wer ich einmal war und was ich alles vorhatte – all das war weg. Ich habe mich irgendwie im Leben verloren und bin einfach ziellos weitergegangen. Aber wohin bin ich gegangen? Ein Trampelpfad ohne Ziel. Und neben mit liefen so viele andere Menschen. Schritt für Schritt. Tag für Tag.

Und mit diesem Bewusstsein kam mit plötzlich ein wunderbarer Gedanke:  

Ich muss nur einen Schritt machen – NUR EINEN EINZIGEN – der von allen meinen bisherigen Schritten abweicht, um meinem Leben eine ganz neue Richtung zu geben.

Das war der Moment, in dem ich merkte, dass ich alles tun konnte. Ich steckte ganz und gar nicht fest in meinem Leben. Ich hatte mich nur etwas festgefahren. Und es mussten Maßnahmen ergriffen werden. Ich begann damit, alleine spazieren zu gehen. Immer größer wurden die Runden in der Mittagspause. Ich hörte Musik oder auch einfach mal gar nichts. Und ich spürte, dass ich wieder ich selbst wurde. Der Mensch, der ich in Wirklichkeit war. Ganz für mich alleine. Für die Menschen, denen ich begegnete, war ich eine Anonyme. Eine Fremde. Und auf eine seltsame Art und Weise war das sehr beruhigend. Für diese Menschen war ich nicht und konnte doch alles sein. Es waren kurze Pausen von meinem Leben. Ganz für mich. Weglaufen. Ohne die alltäglichen Sorgen und Verpflichtungen. Einfach mal alles hinter sich lassen.

Versteh mich bitte nicht falsch – ich hasse mein Leben ganz und gar nicht. Aber dieses Gefühl, dass man irgendwie feststeckt, ließ sich einfach nicht abschütteln und wurde irgendwann unerträglich und erdrückend. Die kleinen Ausbrüche halfen mir, wieder Herrin der Lage zu werden. Wieder zu mir selbst zu finden und meinen Gedanken nachzuhängen. Es war die Freiheit, die mich lockte. Und um im Leben frei zu sein, musste ich anfangen zu überlegen, wie die ultimative Freiheit für mich aussah. Ich malte mir aus, wie ich einen Spaziergang machte – irgendwo in einer anderen Stadt, einem anderen Land, einem anderen Kontinent. Um mir diesen Traum immer erfüllen zu können musste ich etwas Geld zurücklegen.

Sparen klingt jetzt erstmal etwas langweilig. Für mich war es das aber ganz und gar nicht. Finanzielle Unabhängigkeit: das ultimative Ziel, um durch die Welt zu spazieren, wann und wo immer ich das möchte. Sparen wurde für mich nicht zum Korsett. Ganz im Gegenteil: es wurde der Türöffner zur Welt. Und seit einigen Jahren spare ich gerne für meinen Traum.

Ich muss hier weg – und ich kann!

Und genau das ist das Ziel des Ausreißens in Teilzeit. Einfach mal Abstand vom eigenen Leben nehmen. Ob nur ein paar Stunden, Tage oder Wochen. Das ist jedem selbst überlassen. Aber um sich selbst zu finden, ist es vielleicht manchmal nötig, sich zu verlieren. Deswegen habe ich mich dazu entschlossen diesen Blog zu Schreiben. Für alle, die auch mal das Gefühl haben, dass die Wände näher gekommen sind. Die Welt kleiner geworden ist. Endstation, sozusagen.

Lass uns gemeinsam diesen einen Schritt wagen und dem Leben eine neue Richtung geben. Jeden Tag aufs Neue und ganz ohne schlechtes Gewissen. Das ist Freiheit. Also pack die Badesachen ein und bis dahin. #stayOHsome

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